Neues Grundlagenbuch der Architektur

23. November 2017

Mit einer Reise durch die Architekturgeschichte nähern sich die Autoren Sergei Tchoban und Wladimir Sedow in ihrem Grundlagenbuch 30:70. Architektur als Balanceakt ihrer Fragestellung nach dem Unbehagen an der Architektur sowohl historisch als auch empirisch an.

ROM. Der Petersdom in Rom, die Hauptkirche des Vatikans, an deren Gestaltung mehrere Generationen großer Meister gearbeitet haben.

Illustration: © Sergei Tchoban

30:70. Architektur als Balanceakt von Sergei Tchoban und Wladimir Sedow erschienen im November 2017.

MOSKAU. Das Wohnhaus des Architekten Melnikow in Moskau ist ein Beispiel des bewussten Kontrastes eines Objekts zu seiner Umgebung – hier zu der typischen Bebauung der Arbat-Gegend.

Illustration: © Sergei Tchoban

SANKT PETERSBURG. Das Baron-von-Besser- Mietshaus – ein ausgeprägtes Beispiel des nordischen Jugendstils, das einzige Gebäude des finnischen Architekten Allan Carl Schulman in Sankt Petersburg. Die Zeichnung datiert aus dem Jahr 1998, vor dem Umbau von 2002 – 2003, als das historische Volumen zu einem siebengeschossigen Hotel- und Einkaufszentrum umgestaltet wurde.

Illustration: © Sergei Tchoban

Nie wurde so viel gebaut wie heute, nie standen der Architektur so viele technische und gestalterische Möglichkeiten zur Verfügung – und mehr denn je sind wir von Architektur umgeben. Architektur beeinflusst unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit. Umso wichtiger ist es, die gebaute Umwelt angenehm zu gestalten. Und doch gibt es an der zeitgenössischen Architektur ein gewisses Unbehagen.

Die beiden Autoren Sergei Tchoban und Wladimir Sedow beschäftigen sich mit genau diesem Unbehagen. Die Fragestellung, mit der sie sich in Ihrem Werk beschäftigen, lautet: Was hat die Architektur unserer Zeit im Vergleich zu den vergangenen Zeiten eingebüßt und was dazugewonnen? Die Reise in 30:70. Architektur als Balanceakt beginnt mit einem 2.500-jährigen Streifzug durch die Baugeschichte und endet schließlich mit den Besonderheiten der Moderne.

Im Buch wird erläutert, wie die Moderne die Balance zwischen den herausragenden Bauten und den sie umgebenden Hintergrundbauten verloren hat, und welche Rolle das Baudetail oder die ästhetische Qualität dabei spielen. Die Autoren sind der Meinung, dass das Gefühl für das Selbstverständliche des Bauens abhanden gekommen sei. Heutzutage sei der Bau jedes Gebäude nur dadurch getrieben, sich von allen anderen Gebäuden abzuheben, oder diese sogar zu übertönen. Schließlich zeigen Tchoban und Sedow, was die Gegenwartsarchitektur berücksichtigen muss, um ein befriedigendes, auf neue Weise harmonisches Gesamtbild des Gebauten zu erreichen. Um eine „kontrastreiche Harmonie“ im Stadtbild zu entwickeln, stellen sie ein Verhältnis von 30:70 ikonischer Bauten zur Hintergrundarchitektur zur Diskussion.

In 30:70. Architektur als Balanceakt geht es nicht nur um eine Abfolge von ikonografischen Bauten, sondern vor allem um die Frage, was wir an der zeitgenössischen Architektur in den modernen Städten suchen und vermissen.

 

30:70. Architektur als Balanceakt von Sergei Tchoban und Wladimir Sedow mit Vorwort von Bernhard Schulz ist im DOM publishers Verlag in Berlin erschienen.

Erscheinungsdatum: November 2017. Preis: € 28,00 / CHF 34,80.

dom-publishers.com

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