Auf bestem Boden

21. Februar 2019

Kaum sind die letzten Trauben eines Jahrgangs eingebracht, richtet Willi Bründlmayer - seines Zeichens Chef des Familienweinguts Bründlmayer - den Blick bereits wieder nach draußen: denn hier beginnt ein neuer Vegetations-Reigen - quasi "same procedure as last year"! Denn auch wenn sie ausschliesslich mit den edelsten Reben bepflanzt sind, erzeugen die Ersten Lagen des Kamptals trotzdem nur bei passionierter Pflege Jahr für Jahr jene Trauben, die das Zeug haben zum Fundament großer Weine zu werden. "Nicht umsonst nennen wir einen wunderbaren Wein auch gerne ein großes Gewächs!", fügt Bründlmayer hier an.

© Weingut Bründlmayer/Christian Huttar

© Weingut Bründlmayer

© Weingut Bründlmayer/Robert Herbst

© Weingut Bründlmayer

© Weingut Bründlmayer

© Weingut Bründlmayer/Stefan Schierhuber

Dass die Weingartenarbeit echte Knochenarbeit ist, sollte an dieser Stelle nicht verwundern - denn schliesslich gilt es, vor allem der Pflanze den Boden zu bereiten! Und das umfasst zahlreiche delikate Arbeitsschritte, die von der Instandhaltung der Drahtrahmen, in denen die Reben sich der Sonne entgegen winden, über die mechanische Bodenbearbeitung und das Ausbringen des natürlichen Düngers auf die kargen Urgesteinsböden bis zur letzten Einsaat von Kleesorten reichen, die dem Boden Feuchtigkeit entziehen und gleichzeitig Stickstoff spenden.

Die Terrassen des Kamptaler Heiligenstein oder des Loiser Bergs, auf denen die besten Grünen Veltliner und Rieslinge in der würzigen Waldviertler Luft - begünstigt vom Einfluss des pannonischen Klimas - reifen, sie sind klassische Beispiele für "Erste Lagen" im Sinne der Traditionsweingüter. Aber auch in diesem erstklassigen Terroir wächst der Wein nicht von allein. Denn will ein Winzer ganz vorne mit dabei sein, muss er alle Schritte der Weingartenarbeit mit Genauigkeit sowie Intuition und vor allem aber mit viel Leidenschaft vollführen.

 

Der Rebschnitt ist eine entscheidende Maßnahme, welche die "Architektur" der Rebe bestimmt - die Art, wie später Blätter und Trauben im Raum positioniert sind. Es gibt viele Erziehungsformen des Weinstocks, aber eine steht speziell für das Weingut Bründlmayer. Knapp ein Fünftel der Fläche pflanzte Willi Bründlmayer in der sogenannten Lyra-Erziehung, vor allem in den Rieden Heiligenstein und Steinmassl: Die Reben gabeln sich vom Stamm weg, so dass die Triebe wie sonnenanbetende Arme zum Himmel wachsen. Als würde man einen Schirm aufspannen, wird die belichtete und belüftete Blattoberfläche quasi verdoppelt und die Qualität der Trauben verbessert. Außerdem trocknen die gut belüfteten Blätter schneller ab, so dass sich die Gefahr des gefürchteten Mehltaus deutlich vermindert. In heißen, sonnigen Jahren ist es zudem auch möglich, durch genaue Laubarbeit die Traubenzone zu beschatten und so einen gefährlichen Sonnenbrand zu verhindern.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich ein Glas besten Weins zu gönnen, für den hat das Weingut Bründlmayer deliziöse Neuigkeiten: Im historischen Heurigenhof Bründlmayer in Langenlois können alle Weine des aktuellen Sortiments per Glas genossen werden - und dies zu feiner regionaler Küche! Und sollte man mal etwas zu tief ins Glas geschaut haben: drei entzückende Gästezimmer am Hof runden das wundervolle Angebot ab!

www.bruendlmayer.at

www.heurigenhof.at

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