Immobilienmarkt 2017: Best Ager und Hotspots

22. März 2017

Durch die Vereinigung aller Raiffeisen Immobilienmaklergesellschaften unter der Marke „Raiffeisen Immobilien“, die mit Stichtag 23. Februar 2016 vollzogen wurde, entstand eines der größten Maklernetzwerke Österreichs. Nach 12 Monaten Geschäftstätigkeit in dieser Konstellation können die Verantwortlichen von Raiffeisen Immobilien Österreich auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Denn die Transaktionszahl wuchs um 15 % auf 6.900 und die Liegenschaftsbewertungen konnten sogar um 71 % gesteigert werden; mit rund 3.500 derartiger Bewertungen (2015: 2.033) liegt Raiffeisen Immobilien damit an der Spitze im heimischen Bewertungsgeschäft.

Peter Weinberger hat 2017 auch die Best Ager im Blick. Diese würden vermehrt vom Land in die Städte ziehen. Foto: Martin Hörmandinger

Immobilienpreise werden sich 2017 österreichweit auf hohem Niveau stabilisieren, war eine der Hauptaussagen.

Foto: Martin Hörmandinger

Peter Weinberger (GF Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland) und Nikolaus Lallitsch (GF Raiffeisen Steiermark) informierten im Rahmen einer Pressekonferenz über das Geschäftsjahr 2016 und gaben ihre Einschätzungen für 2017 ab.

Foto: Martin Hörmandinger

Eigennutzer und Anleger achten wieder vermehrt auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Es wird nicht mehr alles zu jedem Preis gekauft, meint Nikolaus Lallitsch.

Foto: Martin Hörmandinger

Die Sprecher der Kooperation, Peter Weinberger (GF Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland) und Nikolaus Lallitsch (GF Raiffeisen Steiermark) sind sich darüber einig, dass dieser erfreuliche Zuwachs nicht nur auf die nach wie vor sehr gute Nachfrage nach Immobilien zurückzuführen ist, sondern vor allem auf den gemeinsamen Marktauftritt. Wobei die im Jahr 2016 rückläufige Transaktionszahl im Hochpreissegment durch eine gestiegene Anzahl an Transaktionen im mittleren und unteren Preissegment ausgeglichen wurde. In Summe vermittelte Raiffeisen Immobilien Österreich 2016 Immobilien im Wert von 626 Mio. Euro (2015: 650 Mio.). Der Honorarumsatz blieb mit 27 Mio. Euro unverändert, ebenso die Anzahl der MaklerInnen und BewerterInnen (168).

Die Immobilienexperten von Raiffeisen prognostizieren für 2017 eine Stabilisierung der Immobilienpreise auf hohem Niveau. „Die Preise setzen zur ,sanften Landung‘ an. Von einzelnen Hotspots abgesehen, erwarten wir für das laufende Jahr keine starken Preiszuwächse mehr, aber auch keine Einbrüche. 2017 ist also definitiv ein gutes Jahr, um sich von nicht benötigten Liegenschaften zu trennen. Denn am Markt fehlen gute, gebrauchte Objekte, die derzeit noch attraktive Verkaufspreise erzielen können“, meint Peter Weinberger. Ausnahmen von diesem österreichweiten Trend sehen die Experten des größten heimischen Grundstücksmaklers (über 5 Mio. Euro Honorarvolumen aus Grundstückstransaktionen, mehr als 1,5 Mio. m² verkaufte Grundstücksfläche) zum einen bei Bauland in guten Lagen, das nach wie vor stark nachgefragt sei. Aber auch hier werde sich 2017 die Spreu vom Weizen trennen: „Bauträger und Investoren sind renditesensibler als noch vor zwei, drei Jahren, denn sie kommen marktseitig unter Druck. Die Endverbraucher, seien es Eigennutzer oder Anleger, achten wieder vermehrt auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Es wird nicht mehr alles zu jedem Preis gekauft“, ist Nikolaus Lallitsch überzeugt.

Zu den Ausnahmen zählen etwa die Hauptstadt Wien und das Umland, vermehrt aber auch ländliche Ballungszentren. Dies ist einerseits auf die ungebrochen starke Nachfrage nach Wohnimmobilien in diesen Regionen zurückzuführen, andererseits auf ein geändertes Anlegerverhalten. War die Nachfrage nach Eigentumswohnungen zu Vorsorgezwecken bisher vorwiegend auf Wien und die Landeshauptstädte beschränkt, weichen nun immer mehr Anleger auf ländliche Ballungsräume wie das Umland der Landeshauptstädte oder Bezirkshauptstädte aus, in denen noch bessere Renditen zu erwarten sind. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen in diesen Regionen und sichert so das Funktionieren der Vorsorgemodelle, urteilen die Raiffeisen-Experten. Peter Weinberger sieht noch eine weitere neue Entwicklung: „Wir sehen auch in den Bundesländern einen klaren Trend zum städtischen Wohnen, der vor allem von der Generation der Best Ager getragen wird. Wegen der besseren Infrastruktur im Hinblick auf Einkaufen, Freizeit, Gesundheit und Verkehr fragt älteres Publikum verstärkt innerstädtische Lagen nach.“ Das zu groß gewordene Haus am Land mit dem immer schwieriger zu bewältigenden Garten werde immer häufiger verkauft und gegen eine zentral gelegene, barrierefreie Wohnung in der nächsten Bezirksstadt getauscht. Auch die Reiselust der Best Ager fördere diese Entwicklung, denn Wohnungen können im Allgemeinen problemloser zurückgelassen werden.

Auf jeden Fall soll der Trend zur Immobilie als Anlageform auch 2017 ungebrochen stark bleiben. Für Immobilienanleger wird dabei das Motiv der Absicherung immer zentraler, wissen die Experten von Raiffeisen Immobilien. Eigentumswohnungen, Zinshäuser, vermehrt auch Baugrundstücke werden erworben, um für Kinder, Enkelkinder oder andere Familienangehörige vorzusorgen. Nikolaus Lallitsch: „Unsere Gesellschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen. Das führt bei vielen Menschen zu Unsicherheit, und sie richten ihr Anlageverhalten entsprechend aus: Grund und Boden ist sicher, wertbeständig und real - etwas zum Angreifen – und wird daher auch in Zukunft bei der generationenübergreifenden Vorsorge eine wichtige Rolle spielen.“

Insgesamt sind derzeit an 123 Standorten 253 MitarbeiterInnen für Raiffeisen Immobilien tätig. Die Gruppe ist damit das erfolgreichste Nicht-Franchise-Maklernetzwerk Österreichs und Markt- sowie Kompetenzführer. Anfang Juni 2017 soll der erste österreichweite „Raiffeisen Immobilien Tag“ stattfinden, bei dem sich KundInnen in ganz Österreich über die Services von Raiffeisen Immobilien und der Raiffeisen Bankengruppe zu Immobilienthemen informieren können.

www.raiffeisen-immobilien.at

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